Was ist ein Wechselkredit?

Der Wechselkredit ist eine andere Bezeichnung für einen Diskontkredit. Gemeint ist damit eine kurzfristige Form der Finanzierung bis zu einem Zahlungsziel. Dabei weichen Ausstellungsdatum und Fälligkeitsdatum voneinander ab. Alternativ lässt sich der Wechselkredit auch als Handelswechsel bezeichnen, wenn er im geschäftlichen Bereich zur Anwendung kommt. Denn so lassen sich möglichst unkompliziert Dienstleistungen und Waren finanzieren.

Grundsätzlich ist mit dem Kauf eines Produktes die sofortige Bezahlung verbunden. Doch bestellen Firmen und Unternehmen oftmals umfangreiche Dienstleistungen und Waren und verschaffen sich über Wechselkredite größere Zahlungsspielräume. Eigentlich gewährt jeder Unternehmer und Selbstständige, der direkt auf der Rechnung ein Zahlungsziel hinterlässt, einen Kredit. Der Diskontkredit bzw. Wechselkredit ist nur eine Möglichkeit davon.

Wie läuft der Wechselkredit ab?

Bestellt ein Unternehmen Ware beim Hersteller, ist es nicht darauf angewiesen, diese sofort zu bezahlen. Die Fälligkeit der Zahlung wird auf einen späteren Zeitpunkt festgesetzt. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung zu einem Wechsel. Darin festgehalten ist der Zahlungszeitpunkt.

Nun ist es dem Lieferanten möglich, auf die Zahlung zu warten oder diese an eine Bank abzugeben. Die jeweilige Summe bzw. der Kredit von der Bank wird als Diskontkredit bezeichnet. Im Gegenzug gibt es für den Kreditgeber ebenso günstige Darlehen von der Bundesbank zu einem spezifischen Diskontsatz.

Was sind die Bedingungen für einen Wechselkredit?

Der Handelswechsel bezieht sich auf den ausgestellten Wechsel. Im Prinzip lässt sich dieser Wechsel mit einem Scheck vergleichen, den der jeweilige Kreditnehmer bei der Bank einreicht, um im Gegenzug Bargeld zu erhalten. Für einen Wechselkredit werden spezifische Zinsen fällig, die als Diskont zu bezeichnen sind. Oftmals muss ein Wechsel nach drei Monaten ausgelöst und bezahlt werden. Zudem ist ein erfolgreicher Wechsel an eine entsprechende Kreditwürdigkeit und Liquidität der Empfänger gebunden. In Verbindung mit den obligatorischen Formalitäten steht dem Wechselkredit nichts mehr im Wege.

Was sind die Vorteile beim Wechselkredit?

Größtenteils nutzen Unternehmen bei Engpässen den Wechselkredit, um ihre Liquidität nicht zu gefährden. So bekommt man von einem Kunden gewisse Geldsummen erst zu einem späteren Zeitpunkt. Um diese Zeit nicht überbrücken zu müssen, ist es möglich, die Lücke über den Wechselkredit bei einer Bank zu stopfen. Nur so ist es bei diversen Unternehmen möglich, den laufenden Verpflichtungen weiterhin ohne Verschiebungen nachzugehen.

Für viele Freiberufler und Selbstständige gehört es zu einem hausgemachten Problem, wenn die Kunden zu spät zahlen. Das setzt einen Kreislauf in Gang, der zu eigenen Zahlungsverzögerungen führt. Der Wechselkredit räumt demnach einen größeren Spielraum ein und macht den Kunden sofort zahlungsfähig. Die Beteiligten selbst gehen hier in die Haftung, so dass sich eine Bank sehr sicher ist, dass der Kredit schnellstmöglich beglichen wird.

Die flexible Verfügbarkeit der entsprechenden Geldsumme hat auch Nachteile. Jeder Wechsel muss neu bei der Bank beantragt werden. Zudem tritt eine sofortige Haftung ein, wenn zum fälligen Stichtag die Geldsumme nicht zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang können sehr hohe Gebühren und Aufschläge entstehen. Steht die vereinbarte Geldsumme zum Stichtag nicht zur Verfügung, ist es der Bank möglich, direkt beim Kunden anzufragen. Jede Bank hat die Möglichkeit, für das Einreichen der Wechselkredite Gebühren zu verlangen. Ferner ist der Wechsel zu versteuern.

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